An einem Sonntag um 14:25 fällt uns auf der A2 Südautobahn in Richtung Graz auf dem Parkplatz Leobersdorf ein slowenischer Tiertransporter auf. Die 'Fracht': Kälber und Jungrinder ...
Wir kommen ins Gespräch mit dem ungarische Fahrer, der angibt, man hätte um 11:00 Uhr in Brünn (CZ) zu laden begonnen.
Seine Route führe ihn in die Nähe von Maribor, wo der LKW mit Bestimmungsland Albanien von zwei anderen Fahren übernommen werde. Wir schauen uns den Transporter genauer an, sehen 90 Jungrinder auf zwei Etagen, oben „Babykälber“ unten die „Halbwüchsigen“ plus noch ein paar Babys.
Der Transporter ist – das übliche Bild - sehr dicht beladen. Der hohe Verschmutzungsgrad der Einstreu weist darauf hin, dass die armen Tiere sicher schon eine ganze Weile länger, als vom Fahrer angegeben, unterwegs sind. Die Kälber sind sehr scheu und in einem erbärmlichen Zustand. Völlig verdreckt und ohne Möglichkeit, an Wasser zu gelangen – die Tränkeanlage wird erst auf unsere Anfrage hin eingeschaltet, ist aber auch dann nicht voll funktionsfähig und von den Tieren nicht zu erreichen – schauen uns die Babys aus großen, traurigen Augen an.
Dann geht die Fahrt weiter.
VON DER HÖLLE AUF DEN TELLER: Die meisten Transporte durch die Steiermark donnern von Tschechien, Polen und der Slowakei meist in Richtung Italien, wo mit der „Dumpingware“ Tier noch der höchste Kilopreis zu erzielen ist.
Meistens sind wir dort, auf der A2, in „Kontroll-Teams“ von 2-3 Aktivisten unterwegs. Profit hat in unserer Gesellschaft höchste Priorität, aber nicht für uns !
Der Braten hatte traurige Augen und ein Herz voller Angst.
(Mahlzeit !?)
Die Tier-WeGe - 08.12.2009