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Absolut unmenschliche Brutalität bot sich uns bei diesen Viehmärkten ...

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Das Unterkiefer, das bei Pferden extrem sensibel ist, wird voll zusammengeschnürt, um das Tier mit äußerster Gewalt zu verladen ...

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Kühe wie diese sind keine Seltenheit. Das Nichtmelken bedeutet für die Kühe unvorstellbare Schmerzen. Doch den Verkäufern ist das egal: 'Ist ja nur noch Schlachtvieh' ...

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Ein Fleck voller Blut erinnert noch an ein malträtiertes Tier ...

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Puten, Hühner, Enten, auch junge Schweine werden in Säcken eingepackt und vom neuen 'Besitzer' heimgebracht. Zustände wie im Mittelalter ...!

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Das Tier als Ware. Uns wurde schmerzlich vor Augen geführt, wie weit wir von Tierschutz innerhalb der EU noch weg sind !



Die 'Geburtsstätten' der Langstrecken-Tiertransporte: Unvorstellbare Tierquälerei auf Viehmärkten innerhalb der EU

Alles beginnt im kleinen Rahmen ... Wir besuchten ein paar Viehmärkte in Polen, die es dort zu Hunderten gibt. Fazit: Wir sind schwerst über die dort herrschenden Missstände erschüttert !


Eine der Hauptstrecken von Lebendtiertransporten, die zum Teil auch durch Österreich führen, ist der Weg von Polen nach Italien. Das Warum ist ganz einfach zu erklären: Viele Viehhändler kaufen in Polen billigst Tiere wie zB Pferde, Rinder oder Kälber ein, um sie danach für gutes Geld an Italiens Mäster oder Schlachthöfe zu verkaufen.

Die 'Großen' der Branche bringen die gekauften Tiere in "Zwischenlager", bevor sie ihre weite Reise antreten müssen. Nur ein Beispiel: Einer der größten Viehhändler ist ein Italiener, der Pferde zu Tausenden in riesigen Hallen in Polen "lagert". Dort lädt er seine Geschäftsfreunde ein, um die 'Ware' vor dem Kauf zu begutachten. Erst dann beginnt für die Pferde die qualvolle Reise in den Tod, denn der Großteil der Tiere ist Schlachtvieh ...

Die EU-PolitikerInnen sind dabei unserer Meinung nach die HaupttäterInnen. Denn durch die Subventionen wird das Geschäft mit dem Tod für die Viehändler zu einem noch lukrativeren Geschäft. Für die Tiere bedeuten diese Fördergelder legitimierte Tierquälerei !

Wir von der Tier-WeGe machten uns auf den Weg nach Polen, um uns selbst ein Bild von den Haltungsbedingungen und den Umgang mit den Tieren bei den Verladungen auf Tiertransporte zu machen. Auch, um die Kontrollen der Tierärzte bei diesen Verladungen zu beobachten.Der Grund für diese Reise war, dass wir immer wieder bei Tiertransportkontrollen in Österreich schlimmste Missstände aufzeigten.

Zum Beispiel verletzte Tiere, nicht funktionierende oder überhaupt gar keine Tränkesysteme, fehlende Ruhezeiten ...Und was wir auf sogenannten "Viehmärkten" miterleben mussten, ist an Brutalität und Korruptheit kaum zu überbieten !

Diese "Viehmärkte" gibt es zu Hunderten in Polen – viele davon illegal, wo kleine Bauern mit ihren Tieren hinkommen und sie u.a. an Viehhändler weiterverkaufen. Sozusagen die 'Geburt' der Langstrecken-Transporte ...

Insgesamt besuchten wir fünf verschiedene Märkte und überall boten sich uns die gleichen schrecklichen Szenen:

- Tiere waren außerhalb der Lkw's angebunden – die meisten mit viel zu kurzen Stricken oder Ketten.
- Pferde oder Rinder mussten den ganzen Tag in der Sonne schmoren.Wasser zum trinken gibt es für die Tiere weit und breit nicht !
- Pferde werden mit viel zu geringem Abstand nebeneinander angebunden, sodass sie sich - vollkommen überfordert - gegenseitig attackieren, treten und beissen. Auch bei den Rindern ist es das Gleiche.
- Mit Peitschen, dicken Holz- oder Eisenstangen werden die Tiere geschlagen und getreten, um sie vor potenziellen Käufern zu präsentieren ! Sogar Kinder eifern den Erwachsenen nach und schlagen mit Stöcken auf die Tiere ein !
- Immer wieder ist klagendes Wiehern oder verzweifeltes Muhen zu hören. Der komplette Markt ist mit lauten und andauernden Hilferufen von Tieren übersät !!

Der Zustand vieler Tiere ist einfach nur erbärmlich:

- Schürfwunden und Striemen am Körper
- Gebrochene und viele verkrüppelte Beine wegen der extrem schlechten Haltungsbedingungen
- Rinder, die nur noch liegen, weil sie entweder zu erschöpft sind um zu stehen oder von Verletzungen zu starke Schmerzen haben
- Nicht gemolkene Kühe haben überdimensional gefüllte Euter, sodass bei den Zitzen bereits die Milch herausrinnt. Das bedeutet für die Kühe unvorstellbar große Schmerzen !
- Abgebrochene und blutende Hörner, ...

Der Kauf:

Interessiert sich schließlich ein Käufer für ein Tier, dann wird der Preis verhandelt ... Das Geld wird von einem Bündel voll Scheinen heruntergezählt, dem Verkäufer übergeben und das Tier wechselt den "Besitzer" ! Das Ganze meist ohne Papiere, ohne Rechnung und natürlich kein Nachweis über den Zustand oder die Gesundheit der Tiere ! Denn Ohrmarken sind dort Rarität ...!

Die Verladung:

Schlussendlich werden die Tiere auf große Sammeltransporte verladen. Unter diesen sind genau jene Lkw's, die nach oder durch Österreich fahren.Beim Verladen sind viele der geschundenen Tiere vollkommen verstört, nervös, erschöpft oder verletzt. Die meisten wehren sich mit allerletzter Kraft - wenn sie die überhaupt noch aufwenden können - vergebens gegen die Verladung. Mit Schlägen und Tritten, mit ungeheuerlicher Brutalität wird der Wille dieser leidenden, fühlenden Lebewesen gebrochen.  Die Menschen dort wenden dabei Praktiken an, die sich normalerweise kein Mensch vorstellen kann !Dabei werden unendlich viele Gesetzesbrüche vollzogen, doch niemand ahndet sie ! Es ist dort einfach egal, wie mit den Tieren umgegangen wird. Die existierenden EU-Tierschutzgesetze werden absolut ignoriert. Zum Teil sind Tierärzte bei diesen Märkten anwesend, doch auch denen ist der Umgang mit den Tieren vollkommen egal ! Es zählt nur das Geld, das dabei für jedeN herausspringt ...!

Niki Kulmer meint dazu:

"Es gibt ganz klare Bestimmungen der EU und Richtlinien für Tierschutz und Lebendtiertransporte.

Und die Länder innerhalb der EU müssten sich natürlich daran halten, die Betonung liegt auf müssten ! Feine PolitikerInnen der EU jonglieren mit Gesetzen herum, aber die Umsetzung ist dabei vollkommen egal ! Ob auf solchen - von zuständigen Bürgermeistern organisierten - Viehmärkten ein Tierarzt anwesend ist oder nicht, wird ebenfalls nicht kontrolliert ! Wir haben jede Menge Gesetzesbrüche der schlimmsten Art registriert und diese auch zur Anzeige gebracht. Für die zuständige Polizei war das vollkommen neu und beinahe unverständlich ! Tierquälerei in so einem Ausmaß habe ich noch nie erlebt, man fühlt sich um zweihundert Jahre zurückversetzt. Neben den 'Hauptattraktionen' (Pferde und Rinder) konnten dort auch Schweine, Ziegen, Küken, junge Enten, Hühner, Puten und Hundewelpen gekauft werden !

Zu fünft zu sechst werden zum Beispiel Hühner oder junge Schweine in einen Kartoffelsack gestopft. Junge Schweine werden bei den Beinen genommen und in Autoanhänger geschmissen - ohne Rücksicht auf Platz, bis einfach die Türklappen nicht mehr zugehen ! Mit Einkaufskörben werden junge Enten und Küken wie in einem Lebensmittelladen "eingekauft"! Abgesehen von der unglaublichen Tierquälerei bin ich auch von den normal so strengen Hygienevorschriften der EU schwer erschüttert ! Auf diesen Märkten muss man aufpassen, in keine Blutpfütze zu steigen !

Die Haupttäter stehen für mich fest: Die PolitikerInnen der EU, die die entworfenen und bestehenden Gesetze nur in der Theorie beschließen, die Realität aber nicht sehen oder nicht sehen wollen ! Und noch immer wehren sie sich mit Händen und Füßen gegen die Abschaffung der EU-Subventionen sowie der Langstrecken-Tiertransporte ! Ich habe noch nie zuvor ein Rind weinen sehen, aber diesem Rind, dem die Tränen fortlaufend heruntergekullert sind, habe ich versprochen, dass wir diese Tierquälerei eines Tages beenden werden ...!"

Die Tier-WeGe - 05.06.2009

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