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tierwege stoppt kälbertransporter aus polen
Für die TierschützerInnen steht fest: Dieser Lkw hat zuviele Kälber geladen, die Raumhöhe ist viel zu niedrig, die Tiere sind durstig ...

kälber brüllen vor durst
Die Tiere schreien verzweifelt vor Durst ! Kurz vor der Weiterfahrt (nach ca. 1 Stunde) wird es plötzlich gespenstisch still ... Als ob die Tiere wüssten, dass ihre Chance auf Hilfe nun vorbei ist ...!


TierschützerInnen der Tier-WeGe lassen polnischen Kälbertransporter stoppen ... Wieder viele Missstände bei den Tieren !

Doch kein einziger Tierarzt konnte erreicht werden, um die tierschutzwidrigen Missstände zu kontrollieren, obwohl ein Beamter intensiv versuchte, einen zu erreichen ! Es war leider ein Sonntag ... Der Kälbertransporter war illegal am Wochenende unterwegs, doch die Polizei ließ den mangelhaften Kälbertransporter mit einer Anzeige ziehen ... Bei welcher höchstwahrscheinlich nichts herauskommen wird ...!

Wir fordern einmal mehr: Das EU-Tiertransportgesetz muss praktisch umgesetzt werden - nur auf dem Papier geschrieben hilft es nichts !!!


Der italienische Tiertransporter fiel den TierschützerInnen der "Tier-WeGe" in Pinkafeld vor allem wegen der durstigen Kälber auf. Die jungen Tiere leckten sichtbar verzweifelt an den Gitterstangen. Sofort verständigten die TierschützerInnen die Polizei, um den Kälbertransporter zu kontrollieren.

Noch dazu war der Lkw illegalerweise am Wochenend-Fahrverbot unterwegs ! Nach mehreren Anläufen wurde der Tiertransporter schließlich kurz vor Leibnitz von der Polizei gestoppt. Bereits beim Aussteigen vom Auto hörte man die verzweifelten Klagerufe der durstigen Kälber.

Doch dieses Mal merkten wir sofort, dass es den Polizisten lästig war, diesen Tiertransporter zu kontrollieren ! Es ist eben jedeR nur Mensch und so verstanden diese Menschen nicht, dass es wichtig ist, die Gesetzesbrüche der Tiertransporteure aufzuzeigen, um endlich den Tieren in Zukunft viel Leid zu ersparen !

Die Kälber waren aus Polen auf dem Weg nach Italien, um dort gemästet zu werden, bis sie ca. 4-5 Monate alt sind, um dann schlussendlich in einem Schlachthof getötet zu werden. Bei dieser Mast wird den Tieren ein eisenarmer, stark salzhaltiger Futterbrei verabreicht, damit ihr Fleisch "weiß" bleibt - wie eben Kalbfleisch von den KonsumentInnen gerne gegessen wird ... Dabei handelt es sich bei diesem "weißen" Fleisch eigentlich um ein krankes Fleisch, denn das Eisen fehlt ... Das nur als Info.

Die Tiere haben einen immensen Leidensweg zu erdulden. Die Kälber werden auf irgendwelchen Märkten von Viehhändlern gekauft, werden dann über unvorstellbar lange Strecken ohne Wasser und Futter transportiert, um dann in Mastställen zu landen. Ein Leben, dass kein Leben ist !


Die Mängel bei diesem Transporter:

- Es waren wieder einmal keine geeigneten Tränken für die Kälber vorhanden ! Außerdem drehte der Fahrer das Wasser erst bei der Kontrolle auf ...
- Die Trennwände waren viel zu hoch montiert und noch dazu mit diagonalen Eisenstangen befestigt, die ein enormes Verletzungsrisiko für die Tiere darstellten ...
- Viele der Tiere konnten nicht aufrecht stehen, da ihr Rücken an der viel zu niedrigen Zwischendecke oben anstand ...
- Nach unserer Erfahrung waren auf diesem Tiertransporter auf jeden Fall viel zu viele Tiere, doch da kein Tierarzt zu erreichen war, bleibt das bei unserer Vermutung ...
- Der Tiertransporter war trotz Wochenendfahrverbot unterwegs ...
- Die Gesamthöhe des Lkw's war zu hoch - obwohl der Innenraum für die Tiere zu niedrig war (Die Kälber waren auf drei Etagen untergebracht).
- Die Ruhezeiten waren nicht eingehalten worden ...

Obwohl jede Menge Missstände offenkundig waren, zeigten sich die uniformierten Polizisten genervt. Gleich beim Aussteigen konnten die TierschützerInnen sich viele Bemerkungen anhören - wie zum BeispieL "... und was soll bei diesem Transporter nicht in Ordnung sein...?" oder "... wir können da ja eh nichts ändern..." oder "... ihr habts a bisserl zu viel Fernseh´n geschaut..." Trotzdem ließen sich die TierschützerInnen der Tier-WeGe nicht beirren und wiesen die Polizei auf die Missstände hin.

Ein Beamter vor Ort zeigte sich jedoch über die Zustände erschüttert und versuchte eine halbe Stunde telefonisch einen Tierarzt zu erreichen. Doch sein Engagement blieb ohne Erfolg: Kein einziger Tierarzt im Raum Leibnitz konnte an diesem Sonntag erreicht werden, da es anscheinend keinen Bereitschaftsdienst gab ! Die Tiertransportfirma sowie der Fahrer wurden bei der BH Leibnitz angezeigt. Ob die Anzeige wirklich vollzogen wird, sei dahin gestellt ...!

Petra Kulmer von der Tier-WeGe meint: "Trotz brüllender Kälber, trotz Wochenendfahrverbot und noch etlichen anderen Missständen, hörte ich als erstes von einem Polizisten - noch bevor er einen Blick auf den Tiertransporter gemacht hatte - '... was soll da nicht in Ordnung sein? ...' Mir ist schon klar, dass es ein Sonntag Abend war und das eine Tiertransport-Kontrolle immer ein zeitaufwändiges Thema ist, doch das Interesse der beiden Polizisten war sehr - nennen wir es 'mager'. Sie haben weder eine Sicherheitsleistung noch irgendeine Verbesserung des IST-Zustandes von den Fahrern verlangt !

Auch, dass kein einziger Tierarzt zu erreichen war, ist mir unerklärlich ! Schlussendlich werden dadurch die vollkommen tierschutzwidrigen Missstände legalisiert ! Auf einem Stück Papier stehen ganz klar Gesetze, die aber einfach nicht in der Praxis umgesetzt werden ! Wie es auch schon der Lämmertransporter in der vergangenen Woche verdeutlichte !

Wir werden uns weiter einsetzen, dass in erster Linie zumindest einmal die existierenden Gesetze eingehalten werden. In zweiter Linie dafür, dass diese furchtbaren Lebendtiertransporte über lange Strecken endlich beendet werden. Und wir lassen nicht locker ! Darauf geben wir unser Wort !"

Die Tier-WeGe - 05.04.2009

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