VILLACH - Ein neuerlicher Schlag gegen das unsagbare Leid von Tieren, die lebend auf Lastwagen quer durch Europa transportiert werden, gelang zwei Beamten der Autobahnpolizei Villach.
Sie zogen Donnerstagabend auf der Südautobahn nach dem Knoten Villach einen polnischen Tiertransporter, der Richtung Italien unterwegs war, aus dem Verkehr. Bei einer genauen Kontrolle stellte sich heraus, dass ein Tier auf der Ladefläche bereits tot war.
Sofort wurde der Landes-Tierinspektor Dr. Alexander Rabitsch eingeschaltet. Der Veterinär ordnete die Eskorte des Transporters zur Notversorgungsstelle des Landes in Velden an.
Beim Abladen der Tiere stellte sich heraus, dass bei einem weiteren Lamm ein Fuß gebrochen war. Das Tier musste notgeschlachtet werden !
Nach einer Zwangspause konnte der 55-jährige Lenker gestern um 21:00 Uhr die Fahrt fortsetzen.
Landesrat Josef Martinz ist über den Versuch des polnischen Konsulates, für eine schnelle Weiterfahrt des Sattelschleppers zu intervenieren, empört. "Das war eine beispiellose Tierquälerei. Durch die hohe Ladedichte konnten viele Tiere die automatischen Tränken, die nur auf einer Seite funktionierten, nicht erreichen. Zudem war das Alarmsystem, welches im Führerhaus die Temperaturen auf der Ladefläche anzeigt, defekt."
Petra Kulmer von der Tier-WeGe meint zu diesem Vorfall:
"Es ist für mich keineswegs erstaunlich, dass hier das polnische Konsulat intervenierte. Der Handel und Transport mit lebenden Tieren stellt einen riesigen Wirtschaftszweig dar, hinter der eine große Interessenslobby steht. Geld und Zeit - das sind für die involvierten UnternehmerInnen die wichtigen Dinge beim Transport von lebenden Tieren ! Da spielen einzelne Schicksale von verletzten Tieren keine Rolle und natürlich hat für diese Menschen auch Tierschutz überhaupt keine relevante Bedeutung.
Die meisten Menschen verlangen schon lange ein Aus dieser gesetzlich erlaubten Tierquälerei. Und wir, die Tier-WeGe, setzen uns vehement und konsequent für eine Abschaffung der Subventionen dieser Horrorfahrten ein. Solch unvorstellbare Tierquälerei kann in einer zivilisierten Gesellschaft absolut keinen Platz mehr haben ! Wir fordern einmal mehr: AUS FÜR LANGSTRECKEN-TIERTRANSPORTE !"