In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch um ca. 01:30 Uhr wurde "Die Tier-WeGe“ von einem engagierten Tierschützer verständigt, dass ein Tiertransporter beladen mit Lämmern von Ungarn Richtung Italien unterwegs sei.
Auf Grund der Beschreibung des Lkw’s mutmaßte Hr. Kubista von der „Tier-WeGe“ sofort, dass bei diesem Tiertransporter wahrscheinlich das gesetzlich vorgeschriebene Tränkesystem nicht funktioniert. Sofort nahm der Tierschützer die Verfolgung des Lämmertransporters bei Laßnitzhöhe auf und verständigte Höhe Graz die Autobahnpolizei. Der Lkw sollte auf Tierschutzmängel überprüft werden.
Schließlich stoppte die Polizei den Transporter beim Rastplatz Herzogenberg. Während die Exekutive die Frachtpapiere kontrollierte, begutachtete Hr. Kubista das Tränkesystem: Es funktionierte - wie von ihm vermutet - nicht !
Auf 4 Ebenen waren insgesamt 450 Lämmer geladen. Die Tiere waren das letzte Mal um 19:00 Uhr versorgt worden. Ein Ladedeck hatte nicht einmal die vorgeschriebene Mindesthöhe, damit die Tiere aufrecht stehen konnten. Auf einer anderen Ladeebene waren die Tränkenippel falsch montiert, sodass die Lämmer sie keinesfalls erreichen konnten - auch wenn sie funktioniert hätten. Das Befinden der Tiere ist den Transporteuren egal, das bestätigte sich bei diesem Lkw wieder einmal !
Der Tierschützer wies die Polizei auf diese Mängel hin, doch die Beamten reagierten nicht darauf. Doch Hr. Kubista ließ nicht locker: Er schlug vor, zumindest die leeren Wassertanks zu füllen, sodass die Lämmer während der restlichen Fahrt nach Italien zu trinken bekommen würden. So einigte sich schließlich der Tierschützer mit Exekutive und Fahrern, dass die nächste Raststation angesteuert werden würde.
Hr. Kubista begleitete den Tiertransporter bis zur Raststation Pack und versicherte sich persönlich, dass die Tiertransporteure ihr Wort hielten. Trotzdem das Resümee: Der Tiertransporter durfte ohne Ermahnung und ohne Bestrafung weiter fahren ...! Nur auf Grund des Engagements des Tierschützers bekamen die Tiere endlich um ca. 02:30 Uhr zu trinken …
Herr Kubista von der „Tier-WeGe“ meint dazu:
„Ich verstehe nicht, dass nicht einmal die niedrigen EU-Gesetzesstandards von den Tiertransporteuren eingehalten werden ! Und ich verstehe schon gar nicht, dass diese Gesetzesverstöße, wo es doch um den Transport von Lebewesen geht, von der Exekutive oft nicht geahndet werden ! Wenn ich zB zu schnell fahre oder nicht angegurtet bin, muss ich Strafe zahlen. Schön langsam steht für mich die Politik mit dem Rücken zur Wand, denn die wir SteuerzahlerInnen bezahlen diese offensichtliche Tierquälerei, die dann nicht einmal bestraft wird ! Und dass, obwohl sich der Großteil der Bevölkerung gegen diese furchtbaren Langstrecken-Tiertransporte aussspricht !“
Quelle: Die Tier-WeGe - 19.03.2008