Bei einer Tier-WeGe-Kontrollfahrt wurden die TierschützerInnen in Höhe Fürstenfeld (Stmk.) auf einen polnischen Pferdetransporter aufmerksam, der augenscheinlich auf Verstöße gegen die geltenden Tiertransport-Bestimmungen hindeutete. Sofort alarmierte das eine Kontrollteam die Polizei. "Vom Verständigen der Exekutive bis zum Anhalten des Lkw's vergingen nur 4 Minuten ! Ich war sehr positiv überrascht ! ", meint Kubista von der Tier-WeGe dazu.
Mit 16 Pferden als "Fracht" war der Lkw von Polen über Ungarn, Österreich und Italien unterwegs nach Südfrankreich, um dort letztendlich geschlachtet zu werden ! Das sind rund 2500 km bzw. mindestens 31 Stunden Fahrtzeit !
Bei der Kontrolle zeigten sich rasch massive Tierschutz-Verstöße, die die Tiertransport-Kontrolleurin, Fr. Dr. Odörfer sofort beanstandete: Das vorgeschriebene Tränkesystem fehlte komplett - dh, die Tiere waren auf die Pausen angewiesen, um überhaupt trinken zu können.
Doch diese vorschriftsmäßigen Pausen wurden von den Lenkern bei weitem nicht eingehalten ! Normalerweise müssen die Tiere spätestens nach 8 Stunden Fahrt eine Stunde lang versorgt und getränkt werden.
Eine große Verletzungsgefahr für die Pferde waren die nicht ordnungsgemäß fixierten Trennwände. Die lockeren Wände schlugen seit Stunden während der Fahrt auf die Schultern und Beine der Tiere.
Viele Tiere waren viel zu kurz angebunden, sodass die Pferde weder ordentlich stehen noch liegen konnten.
Generell machte der Transporter verkehrstechnisch einen sehr schäbigen Eindruck: Der Grundrahmen des Auflegers war zB stark verrostet.
Neben einer empfindlich hohen Geldstrafe, mussten die Transporteure die Tiere sofort tränken, die Trennwände fixieren sowie die Stricke der Pferde lockern. Sonst hätte der Tiertransport nicht weiterfahren dürfen !
Kubista meint dazu: "16 Pferde werden von Polen bis nach Südfrankreich gebracht. Das sind 2500 km. Für jedeN einigermaßen NormaldenkendeN kann sich dass doch niemals rentieren ! Das ist wieder ein Beweis, dass die EU bei Lebend-Tiertransporten mit Subventionen und Fördergeldern nur so um sich wirft ...! Diesem Tiertransporter werden durch unsere Kontrolle die Fördergelder gestrichen. Ich habe einem Pferd in die Augen geschaut und habe ihm versprochen, dass wir uns unser ganzes Leben lang für seine LeidensgenossInnen einsetzen werden. Denn wir treten die Gerechtigkeit ...!"
Quelle: Die Tier-WeGe - 11.04.2008