NETZEN, Deutschland - Wieder ist ein Reifenplatzer schuld. Vier Wochen nach dem Unfall eines Schweine-Lasters bei Ziesar kippte gestern auf der A2 zwischen Netzen und Brandenburg (D) ein mit 430 Ferkeln beladener Sattelzug samt Hänger um. Ein Großeinsatz für Feuerwehr und Behörden war die Folge.
Panik im Tiertransporter
Hunderte junger Schweine kippten gegen 10:00 Uhr samt Lkw um. Grund war ein geplatzter Reifen an der Zugmaschine. In den mehrstöckigen Boxen wurden Tiere von ihren Artgenossen erdrückt, andere starben an Stress oder verletzten sich. Nach ersten Schätzungen überlebten 50 Ferkel den Unfall nicht.
Die Autobahn in Richtung Magdeburg blieb über Stunden gesperrt. Eine Ausnahmesituation für die Feuerwehren in Kloster Lehnin. Rund 25 Kameraden aus Lehnin, Damsdorf, Netzen und Nahmitz holten unter Aufsicht von Amtstierarzt Hans-Georg Hurttig die Tiere einzeln aus dem Unglückslaster. „Das Quieken der Ferkel ging allen durch Mark und Bein“, beschreibt Polizeisprecher Torsten Ringel die Lage. An Ort und Stelle musste Hurttig entscheiden, welchen Schweinen man einen späteren Weitertransport zumuten konnte. Verletzte Tiere wurden noch an der Unfallstelle notgeschlachtet.
Bis zum Eintreffen eines Ersatz-Lkw kamen überlebende Ferkel in ein Notgatter. Zuerst wurde der verunfallte Hänger geräumt, danach der Sattelauflieger. Mit Kran war die Firma Sutter aus Glindow angerückt, um den über alle drei Fahrspuren liegenden Laster aufzurichten. Danach konnte die Richtungsfahrbahn zunächst für Pkw wieder freigegeben werden. Im Einsatz waren rund 20 Polizisten, Mitarbeiter der Autobahnmeisterei und Rettungskräfte, die zwei Pkw-Insassen ins Klinikum brachten. Ihre Autos waren bei Vollbremsungen zusammengestoßen.
Erst Anfang Dezember war ein Schweinetransporter, ebenfalls nach einem Reifenplatzer, auf der A2 bei Ziesar verunglückt. Dort mussten die Feuerwehren 160 Schlachtschweine bergen.
Quelle: ww.maerkischeallgemeine.de - 09.01.2008