Ungeachtet vielfacher internationaler Proteste von Tier- und Naturschutzorganisationen, hatte die kanadische Regierung im März 2009 wieder bekannt gegeben, dass die Jagd auf hunderttausende Robben fortgesetzt werden soll. 388.200 Robben, darunter 280.000 Sattelrobben, wurden offiziell zur Tötung frei gegeben. Die Quote wurde damit gegenüber dem Vorjahr sogar um 55.000 erhöht !
Die Robbenjäger gehen bei ihrem Handwerk alles andere als vorsichtig mit den Tieren um, so dass auch noch lebenden Jungtieren das Fell abgezogen wird. Das Erschlagen mit Knüppeln oder der Abschuss der Robben ist mit erheblichem Tierleid verbunden. So erhalten die Robben bei der Jagd mit einer Art Fischanlandungshaken, dem „Hakapik“, einen Schlag auf den Hinterkopf. Der Schädelknochen soll brechen und das Tier bewusstlos werden. Unerfahrene Jäger brauchen dafür oft mehrere Versuche. Danach wird die Spitze des „Hakapiks“ tief ins Gehirn getrieben.
Die Begründung der kanadischen Regierung, die Tötung der Robben trage zur Erholung der Kabeljaubestände bei, ist mehr als fadenscheinig. Es ist kein Geheimnis, dass der weltweit besorgniserregende Rückgang wirtschaftsrelevanter Fischarten überwiegend auf die industrialisierte Ausbeutung der Weltmeere durch internationale Fischereiflotten zurück zu führen ist.
Die kanadische Regierung, speziell das Fischereiministerium (Department of Fisheries and Oceans - DFO), ist für die Jagd und die Vergabe der Quoten verantwortlich. Aufgrund der zunehmenden Proteste werden die Quoten nur noch sehr kurzfristig vor Jagdbeginn bekannt gegeben.