Schon lange gärt es in der Steiermark (und einigen anderen österreichischen Bundesländern) wegen vieler 'Ausnahmegenehmigungen' vom Landtag abgesegnet, um zum Beispiel Krähen wegen angeblicher Ernteschäden abschießen zu lassen.
Nun
will das Land Steiermark auch im heurigen Jahr 35.000 Rabenvögel zum Abschuss freigeben ! Wir von der Tier-WeGe sind empört: Töten kann keine Lösung sein !
Rabenvögel sind fühlende, höchst intelligente und soziale Wesen - das belegen viele Studien. Zumal sind Raben gemäß EU-Vogelschutzrichtlinie streng geschützt und dürfen nur in Ausnahmefällen einzeln getötet werden. Trotzdem wurde in einer Notverordnung zum Landesjagdgesetz Steiermark am 9. Juni 2011 der Abschuss von 25.000 Krähen, 5.000 Elstern und 5.000 Eichelhähern beschlossen.
Töten hilft nicht gegen Ernteschäden !
Die Empörung bei Tierschutzorganisationen und in der Bevölkerung ist groß, zumal viele Experten von dieser Massentötung abraten: Rabenvögel leben in Brutpopulationen mit festen Revieren und in Nichtbrüterpopulationen ohne Revier. Wird ein Rabenvogel(paar) aus der Brüterkolonie erlegt, nehmen sofort Vögel aus der Nichtbrüterpopulation den Platz ein. Der Abschuss führt also nicht zum Ziel und kostet vielen dieser bewundernswerten Vögel sinnlos das Leben !
Um die Ernten wirkungsvoll zu schützen, sind anbautechnischen Maßnahmen und Vertreibungsmaßnahmen weitaus erfolgversprechender. Dies zeigen auch Erfahrungen aus Deutschland und der Schweiz.
Auf der Homepage der
VIER PFOTEN können Sie gegen dieses sinnlose Töten protestieren! Fordern Sie die zuständigen Landesräte Johann Seitinger und Dr. Gerhard Kurzmann auf, die Notverordnung aufzuheben und stattdessen den Landwirten nachhaltige Lösungen anzubieten.
Und noch ein Riesenkonflikt steht heute im Vordergrund: Die für Anfang Juli geplante Airpower-Flugshow in Zeltweg droht zu einem Riesenkonflikt zwischen Militaristen und Natur- bzw. Tierschützern zu werden. Zwar sollen heuer die dort lebenden, streng geschützten Störche 'nur' mittels Lärm vertrieben werden, sollte aber die heute geplante Gesetzesänderung in Kraft treten, könnte das bedeuten, dass im nächsten Jahr die Störche erschossen werden dürfen !
Niki Kulmer von der Tier-WeGe meint dazu:
"Es ist schon erstaunlich, wie rasch PolitikerInnen reagieren, wenn es um das Töten von Tieren geht - hier noch dazu um das Erschießen von geschützten Tieren ! Das hat meiner Meinung nach mit zivilisierter Gesellschaft nichts mehr zu tun ! Hier kann es manchen PolitikerInnen gar nicht schnell genug gehen, eine Gesetzesänderung für eine derartige Massentötung durchzubringen. Treten wir aber mit Forderungen - zum Beispiel bei Tiertransporten -an die Politik heran, brauchen wir einen fast schon 'lebenslangen Atem', um nur kleinste Änderungen durchzuboxen ! Es ist ein Skandal: Damit EU-weit geschützte Vögel in Österreich abgeschossen werden dürfen, ignoriert die heimische Politik die EU-Richtlinie. Und sonst ? Sonst reden sich dieselben PolitikerInnen stets darauf hinaus, dass es sich um EU-Richtlinien handelt und Österreich im Alleingang gar nichts tun kann ! Eine Farce ! Wir fordern endlich Gerechtigkeit in unserer österreichischen Politik !"