
Ein Blick auf die DiskutantInnen bei der heftigen Diskussion ...

Die Jagd auf Wildschweine wird im Herbst 2011 großes Thema in der Weizer Region Teichalm (Stmk). Es sollen Drückjagden auf sie gemacht werden ...

In dem kleinen Ort waren rund 60 Interessierte, die sich die Für und Wieder der Jagd anhörten ...
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Der Tillmitscher Tierschutzverein "Die Storchenfreunde" organisierten am Samstag, den 09. April 2011 in einem Gasthof in Neutillmitsch eine Podiumsdiskussion zum Thema Jagd.
Es waren interessante Leute für Pro und Kontra eingeladen:
- Prof. Dr. Kurt Remele (Ethiker, Uni Graz)
- Bezirksjägermeister-Stellvertreter Dr. Klemens Grossinger (Tillmitsch)
- Steir. Tierschutzombudsfrau Dr. Barbara Fiala-Köck
- Niki Kulmer (Obmann "Tier-WeGe")
- Bürgermeister von Tillmitsch
Rund 60 Interessierte waren an diesem Samstag Abend gekommen, um die Wortmeldungen über das doch sehr brisante Thema "Jagd - Heger und Pfleger" anzuhören. Die Veranstaltung wurde sogleich von äußerst emotionalen Wortmeldungen der Tillmitscher Jägerschaft eröffnet. Nachdem sie sich etwas beruhigt hatten, wurde der VGT-Film "Die Jagd in Österreich - Tierquälerei oder Notwendigkeit" gezeigt.
In dieser Dokumentation werden sehr klar und deutlich die unnötigen Grausamkeiten der Jagd hinterleuchtet - wie zB die Baujagd, das Schießen auf gezüchtete Tiere (Fasane, Hasen, Enten, ...), die unglaubliche Bleischrott-Belastung auf unsere Umwelt und auch die gängigen Jagdurlaube im Ausland für schießwütige TrophäensammlerInnen. Anschließend begann schließlich die Diskussion, welche vom Tillmitscher Bürgermeister mit allgemeinen Informationen zur Gemeinde eröffnet wurde.
Zusammenfassend die Meinungen des Abends:
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Sehr kritisch wurden von allen DiskutantInnen die derzeitige "Winterfütterung" gesehen. Wird doch sehr häufig zusätzliches Kraftfutter (zB: Silage) auf die Futterstellen verteilt, damit die Tiere möglichst schnell wachsen, um dann erschossen zu werden. Gerade gibt es massive Probleme im Tiroler Außerfern, wo das Rotwild an TBC erkrankt ist und nun praktisch durch Abschießen ausgerottet wird ...
- Kritisch wurde auch von allen die Jagd auf gezüchtete Tiere - wie zB Fasane oder Hasen - gesehen.
Diese Jagden haben mit 'Hegen und Pflegen' rein gar nichts zu tun: Nach wie vor werden von JägerInnen u.a. Fasane, Enten oder Hasen in sogenannten Volieren gezüchtet, nur um diese dann bei Treibjagden als "lebende Zielscheiben" zu verwenden ! Im Jagdjahr 2009/10 wurden allein in Österreich mehr als 103.000 Fasane erschossen.
Der Großteil der getöteten Tiere endet meist in einer Tierkörperverwertung ...
- Feldhasen sind heute vom Austerben bedroht. Trotzdem wird noch immer Jagd auf die gefährdeten Tiere gemacht ...
- Luchse und Bären sind durch die Jagd bereits fast vollständig ausgerottet worden ...
- Trotz EU-Verbotes wird zB in der Steiermark auf geschützte Vögel wie Krähen und Raben gemacht. Argument:
Zum "Eindämmen der enormen Schäden in der Landwirtschaft" wird diese für uns äußerst billige Ausrede genannt und als Grund zum Töten der Tiere hergenommen ...
Es war ein interessanter Abend. Das einzige was an diesem Abend negativ auffiel, war die Unwissenheit der Jägerschaft über die Fakten der Jagd und vor allem deren Wortmeldungen, die zum Teil äußerst derb ausfielen.
Wir von der Tier-WeGe hatten uns nicht viel von diesem Abend erwartet. Aber es wurde einmal mehr die Sinnhaftigkeit der Jagd in Frage gestellt und so war auch dieses Event ein weiterer Beitrag zur Erweiterung des Bewusstseins und des Wissens.
Quelle: Die Tier-WeGe - 20.04.2011
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